Mal abgesehen von ein paar Handvoll Erdbeeren, die zwar gut schmecken, aber wegen der trockenen Wochen im Mai nicht ganz unsere Erwartungen erfüllten, konnten wir gestern die erste Ernte des Jahres einfahren.
Wir freuten uns darüber und auf das was noch kommt und feierten in Klagenfurt friedlich bis tief in die Nacht es mit einer kleinen Grillsession, begleitet von Homegrown Romana-Salat.
Abends, als Julius eigentlich schlafen sollte, fuhren ein paar Bekloppte ebenfalls feiernde Fussballfans hupend durch unser Wohngebiet - mindestens 20 km vom nächsten nennenswerten Stadtzentrum entfernt. Dazu möchte ich folgendes bemerken:
- Autokorsos gehören in die Innenstadt.
- Drei Autos können so viel hupen, wie sie wollen, sie sind noch lange kein Korso.
- Wenn ich das gestern in der Nachbesprechung im Fernsehen richtig mitbekommen habe, hat die polnische Nationalmannschaft zuletzt vor ca. 28 Jahren überhaupt ein Tor gegen die deutsche geschossen. Nach so einem Pflichtsieg hupen ist wie nach der Landung auf in Mallorca klatschen.
Mensch, heut ist wieder mal so ein Vormittag, an dem alles irgendwie anders läuft, als man es sich vorstellt.
Um 9:30 hatten wir in einem Krankenhaus am anderen Ende der Stadt einen Termin zur Pränataldiagnostik. Neben Z’s allgemeinen Zustand „untenrum“ in der 22. Schwangerschaftswoche wollten wir gerne erfahren, ob Julius im Oktober ein Brüderle oder ein Schwesterle bekommt. Es dauert von uns aus normalerweise so ne gute halbe Stunde um dahin zu kommen, mit Parkplatzsuche vielleicht ein paar Minuten mehr. Auf dem unmöglichen Parkplatz war gerade noch einer frei, soweit so gut.
Der Arzt, der die Untersuchung machen soll, hat eine Praxis in einer kleineren Stadt in der Nähe, in dem Krankenhaus aber ein Sprechzimmer und die Geräte, die er benötigt um da den einen oder anderen Tag in der Woche zu arbeiten. Kaum ein paar Minuten im Wartezimmer – Anmeldung war nicht nötig – kommt die Sprechstundenhilfe rein: Frau Yooee? – Ja. – Wir hatten Sie schon um halb 9 erwartet, jetzt ist schon die Patientin nach Ihnen dran, da müssen wir einen neuen Termin machen für morgen oder am Samstag.
Da half es auch nichts, ihr den Zettel vom überweisenden Arzt unter die Nase zu halten, auf dem, von dessen Sprechstundenhilfe geschrieben, „9:30 Uhr“ stand. „An wem das jetzt gelegen hat, können wir nicht sagen, aber jetzt ist es nun mal so.“ Klar, jetzt ist es so. 60 km mit Kind und Kegel umsonst durch die Gegend gefahren, 3 Stunden aus dem Büro weg, für NICHTS! Und niemand ist schuld, Beschweren oder auch nur drüber nachdenken treibt nur unnötig den Blutdruck in die Höhe. Ist dann doch immer ein etwas blödes Gefühl, sich weiter von einem Arzt behandeln zu lassen, dem man auf irgendeine Weise vorher mal eine reingewürgt hat. Na ja, und in der freudigen Erwartung des (weiteren) Nachwuchses ist man ja sowieso gerne mal etwas großzügiger, wenn nicht der Nachwuchs in Gefahr gebracht wird.
Etwas Trost fand ich in weiteren Ereignissen, denen ich heute Vormittag nur als Beobachter bei- oder vorbeiwohnte: Auf dem Weg ins Krankenhaus wurden wir im Godesberger Tunnel mit Blaulicht von einem Feuerwehrauto überholt (das im Tunnel nicht dem fest installierten Blitzkasten zum Opfer fiel, obwohl es ganz sicher 70 oder 80 statt der erlaubten 50 km/h fuhr), ein paar hundert Meter weiter war ein an der Zahl der Einsatzfahrzeuge gemessen schlimmer Unfall passiert. Später, auf dem Weg zur Post, würgte ein Motorradfahrer beim Einfahren in die Bundesstraße den Motor seines Krads ab und musste sich beeilen, das Ding von der Straße zu schieben. Und noch ein Minütchen später sah ich einen älteren Jugendlichen sein Mountainbike mit einem platten Reifen das Fahrrad von außerhalb in Richtung Ortsrand schrieben.
Und dann brachte eine Bekannte den Vormittag wieder ins Lot, als sie eine Marsala-Krokant-Eissplittertorte zu ins Büro brachte. Sie probierte gerade eine neue Zuckerbäckerkreation aus und beehrte uns mit der Funktion der Versuchspersonen. Gut, dass ich nicht gefrühstückt hatte!
Ich habe keine Rubrik für „Blöde Momente im Leben, die durch bessere Momente wieder zurechtgerückt werden“, deshalb kommt das zu den „Aktuellen Anlässen“.
Iergobs erleben hier in Rheinland-Pfalz in den nächsten Monaten und Jahren sicher einen Boom.
Mit dem Inkrafttreten des Rauchverbots in Gaststätten am kommenden Freitag, 15.2.08, haben Raucher, die sich das regelmäßige Lungengassi nicht gefallen lassen möchten, nur noch die Möglichkeit, Iergobs zu besuchen. Man trifft sich mit anderen Rauchern in gemütlich-rauchiger Atmosphäre in der Iergob an der Ecke.
Iergob zum Alten Hut, Iergob bei Rolf, Iergob bei Horst, Inges Iergob mit Biergarten.
Bei uns im Dorf gibt es nur vier Kneipen, keine einzige davon ist eine Iergob (Inhabergeführte Ein-Raum-Gaststätte ohne Beschäftigte). Die Raucher des Dorfes werden also woandershin fahren müssen, wo es eine Iergob gibt. Wenn Sie nicht statt auf das Rauchen auf Alkoholische Getränke verzichten wollen, müssen sie auch noch eine Iergob in Bahnhofsnähe finden. Ganz schön schwierig für die Raucher.
Die erste IERGOB-LISTE für Rheinland-Pfalz entsteht hier.
Schon das Blättern im Katalog war eine wahre Männerfreude, der Bestellvorgang ein Ritual, die Wartezeit so wie Advent von 1998 bis jetzt.
Heute hab ich sie bekommen, meine kleine Stihl!
Schon dumm, eine Mütorsäge an einem Sonntag zu kriegen, da ist nichts mit schnell mal im Garten ein paar Scheite zusammenschneiden. So muss ich zwar noch etwas warten, aber ich will ihr die Zeit so angenehm wie möglich machen.
Am Wochenende ist hier nebenan die Eröffnung des Arp-Museums. Seit drei Jahren sehe ich von meiner Dachterrasse aus schon bei den Bauarbeiten zu, jetzt wo es endlich eröffnet wird, sind wir umgezogen. (Falls jemand von der Presse Interesse hat, die Dachterrasse fürs Wochenende anzumieten, möge man sich gerne bei mir melden).
Zur Eröffnung kommen Kurt Beck und Angela Merkel als Schwergewichte der Politprominenz. Sollen sie gerne, aber dass hier seit Tagen die Hubschrauber probeweise den Rhein auf und ab fliegen, nervt schon langsam. Auch wenn das nur ein ganz kleiner Vorgeschmack aufs Wochenende sein dürfte. Das Museum hat einen Hubschrauberlandeplatz als Kunstwerk (!), den wird man bei der Gelegenheit bestimmt auszunutzen versuchen.
Diese Meldung sah ich heute morgen in der Zeitung (- im Netz hab ich sie noch nicht gefunden):
Anscheinend ist diese Einstellung der Bevölkerung den Marketingexperten nicht fremd, vielleicht ist sie auch eine Konsequenz des inzwischen weitreichenden Angebotes an online-bestellbaren Waren und Dienstleistungen. Jedenfalls ist es da logisch, dass Wetterphänomene nicht mehr nur mit Vornamen, sondern mit Markennamen benannt werden.
Noch ein paar Wochen, dann folgt das Hoch Telekom auf das Hoch Siemens - dasimmerdabei...
Auch wenn eine Dummbratze einen verzweifelten Versuch gestartet hatte, es zumindst zu verzögern, aufzuhalten war es nicht mehr:
Wir haben uns getraut.
Und so schaut die strahlend glückliche Familie Wein jetzt aus:
Was folgte, war eine schöne Party im kleineren Kreis. Schließlich war es ja "nur" stadesamtlich, und etwas kurzfristig eingeschoben, so dass man nicht damit rechnen konnte, dass alle angerufenen sofort alle Pläne für den Jahreswechsel innerhalb einer Woche über den Haufen werfen würden und uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Die meisten kamen aber, zumindest um für einen Teil der Feier dabeizusein. Wenn man mal überlegt, ist von 15:00 Uhr bis ca. 2.00 Uhr eine ganz schön lange Schicht. Aber schöne Partys gibt es immer wieder, bestimmt auch schönere. Was diese ganz besonders machte, ist das schöne Gefühl, dass wir jetzt noch mehr zusammengehören, sogar ganz amtlich.
Und kurz vor Schluss gab es noch ein schönes TSL:
Sieht doch gut aus.
Übrigens: alle Bilder gibts auch hier. Nur leider in Rückwärts. Weiß nicht, wieso, müsst Ihr halt von hinten her anschauen.