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Freitag, 1. Februar 2008

Ebays Kuriositätenkabinett

In einer Hinsicht hat Ebay eine große Gemeinsamkeit mit vielen anderen Kaufhäusern der Welt außerhalb des Internets: Man kann auch durchbummeln und viel Spaß haben, obwohl man weder etwas kauft noch verkauft.

Frau Budenzauberin freut sich hier ganz einfach am Produkt, mir fiel (nach dem Lesen eines Artikels aufmerksam geworden) vor ein paar Tagen jemand auf, der verschiedene Interessen zu verknüpfen scheint:

ffm-mary und angel1969-2006, die natürlich überhaupt nichts miteinander zu tun haben, verstehen es geschickt, von Ihren schönen Körpern zu profitieren, indem sie schöne erotische Unterwäsche selbst als Modell präsentieren.

(Tipp für Nicht-Ebayer: Mal die Bewertungen durchschauen und auf ein paar der zuletzt verkauften Artikel klicken. )

Dieses Geschäft läuft an sich schon ganz ordentlich, sicher werden sich viele Liebhaber dieser Wäscheartikel freuen, auf diese Weise relativ günstig und anonym einkaufen zu können. Einen kleinen Zusatzumsatz erarbeiten sich Mary und Angel aber noch mit dem Verkauf von Speichermedien. Während eine SD-Karte mit 2 GB schon für um die 15 EUR und eine mobile Festplatte mit 500 GB für um die 100 EUR im Computerladen zu haben ist, erzielen die Ouvert-Damen immer noch 20 EUR für ne gebrauchte 1-GB-Karte oder 116 EUR für ne alte abgenudelte 40-GB-Festplatte. Anscheinend haben sie auch jeweils 4 oder 5 neue Digitalkameras zu Weihnachten bekommen, weil entweder die alten selbst genutzten Karten, die "die Wohnung noch nie verlassen" haben, nicht mehr passen, oder sie gleich die alte Aldi-Kamera zu einem ganz guten Preis noch loswerden.

Oder hoffen die Käufer etwa, da sind noch Modefotos auf den Platten und Karten? Neeeeeee! Sicher nicht!

Dienstag, 2. Oktober 2007

Ferretería

Wo wir schon beim Männer-Einkauf sind:

Baumärkte werden ja heutzutage schon mehr von Frauen als von Männern besucht. Das ist so, seit es nicht mehr Supermärkte für Bau- und Renovierungsmaterialien sind, sondern riesige Mal- und Bastelläden mit Sonderabteilungen für Deko-Tand, Topfblümchen und Küchenglitzerzubehör. Mal abgesehen von der sog. „Aktionsware“, die dann mit dem ursprünglichen Geschäftszweck überhaupt gar nichts mehr zu tun hat.

Schon als wir vor ein paar Jahren die Bäder in unserer Wohnung renovierten, ärgerte ich mich regelmäßig über die unverschämten Preise, die in unserem örtlichen lokalmonopolistischen Toom Baumarkt für einfachste Werkzeuglein oder Verbrauchsmaterialien aufgerufen wurden.

Aus meiner Zeit in Spanien, um die Mitte der neunziger des vergangenen Jahrhunderts, kenne ich noch die Ferreterías, die es in Madrid in fast jedem Stadtviertel, auf dem Land in jedem etwas größeren Dorf gibt. Das sind Eisenwarenläden, wie man sie hier in Deutschland nur noch aus der guten alten Zeit kennt.

So etwas gibt es aber auch hier noch, wie ich zu meiner Überraschung feststellen durfte: in direkter Nachbarschaft des Baumarktes, mit viel kleinerem Parkplatz und kürzeren Öffnungszeiten, die dem Rhythmus professioneller Handwerker angepasst sind, hat sich eine Metallbaufirma einen kleinen Laden zusätzlich zum Hauptgeschäft der Auftragsarbeiten erhalten, in dem Kundschaft aus der Maltherapiegruppe immer noch sehr selten gesehen wird.

Eine echte Ferretería, ein Eisenwarenladen! Diese Geschäfte sind von der Verkaufsfläche her immer viel zu klein. Deckenhohe Regale, fein säuberlich bestückt mit den Brillianten und Juwelen der Holz- und Metallbearbeitung Diamantschleifscheiben und Titan-Bits, durchzogen von engen Gängen, die keinen Platz für Pritscheneinkaufswagen voller Blumenerde und 100-Meter-Rollen Bastelkrepp bieten müssen. Nach fünf oder sechs Besuchen wusste ich so ungefähr, wo die verschiedenen Artikel untergebracht sind, wenn man etwas nicht findet, geht man einfach an die Ladentheke und lässt sich schnell zeigen, wo es ist, wie es am besten angewendet wird und welche preislichen oder qualitativen Ausweichprodukte es gibt. Oder der Mitarbeiter, der sicher nicht unfreundlicher ganz sicher aber fachlich geschult ist, holt es schnell aus dem Lager. Elektrische Baumaschinen können in fast jeder Größe direkt mitgenommen oder spätestens bestellt werden, eine fachmännische Beratung vor und Einweisung nach dem Kauf gibt es gratis dazu. Eine Pfeffermühle oder Moosschwamm für Blumengestecke wird man dort nicht bekommen, wohl aber sichere Befestigungslösungen für jeden erdenklichen Untergrund, Gummistiefel mit Stahlkappe oder auch mal ein Husquarna-Poloshirt.

Doch es zählt nicht nur die von Kriechöl und Talkum aromatisierte Bob-der-Baumeister-Atmosphäre, die mich immer wieder mit dem Auto durch das Rolltor auf den kiesbelegten Parkplatz neben Installateurs- oder Schornsteinfegerfahrzeuge fahren lässt, auch der Preis ist heiß. Hier ein paar Beispiele, die ich in den letzten paar Wochen im direkten Vergleich mit „Gegenüber“ ermittelt hab:

Sockelleistenstifte, 250 Stück, 1,4x30mm; Baumarkt: 4,49 EUR – Eisenwarenladen 3,75 EUR
Holzbohrer, 160x14mm; Baumarkt (Edit - war: 7,98) 4,49 EUR – Eisenwarenladen 3,49 EUR
Adapter SDS – Zahnkranzbohrfutter; Baumarkt 14,99 EUR – Eisenwarenladen 11,98 EUR
Zahnkranzbohrfutter 10mm Aufnahme; Baumarkt 34,99 EUR – Eisenwarenladen 24,90 EUR
Torx 25-Bit; Baumarkt (nur zweier-Packung!) 4,99 EUR – Eisenwarenladen 1,29 EUR
- Preise ohne Gewähr, aber die Größenordnung stimmt -

Da kann man eigentlich nur zwei Gedanken haben. Entweder: Sofort einen Baumarkt aufmachen! Oder: Nie mehr in den Baumarkt! Da ich für ersteres gerade keine Zeit hab, hab ich mir für letzteres entschieden, sofern ich es irgendwie einrichten kann.

Exkurs:
Bei Holzwaren ist das Verhältnis nicht viel anders. Erst letzte Woche kaufte ich im Holzfachhandel Hohlkehlen-Eckleisten. Preis im Baumarkt: 4,60 EUR/lfm – Holzfachmarkt: 1,65 EUR/lfm. + MWSt.

Leider gibt es inzwischen mehr Baumärkte als einschlägige Fachgeschäfte, es muss ja auch die Fahrerei irgendwie berücksichtigt werden, und nicht jeder hat die Möglichkeit, seine Sachen zwischen 7 und 17 Uhr einzukaufen. Manchmal muss man, um einen Umweg von mehreren Kilometern zu vermeiden, eben für eine Schachtel Schrauben oder eine Handvoll Dübel die Obi-, Toom- oder Extra-Kröte schlucken. Wenn man sich bewusst macht, wie viel man im betreffenden Bastelmarkt allen für den gesparten Weg bezahlt, verursacht das im Hals (zumindest bei mir) trotzdem ein schmerzhaftes Brennen!

Mittwoch, 15. August 2007

Praktisches vom Discounter

Beim Zusammenstellen der Aktionsartikel für die Cocktailwoche haben die Einkäufer vom Lidl wahrscheinlich selbst den einen oder anderen zur Brust genommen. Anders als mit einem über mehrere Tage andauernden Vollrausch kann ich es mir nicht erklären, dass es neben Einfrierbeuteln für Eiswürfel, Eisherzen und Eisflaschen (geht alles noch) auch solche für Crushed Ice gibt.

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By yooee at 2007-08-15

Hm, dachte ich mir zuerst, Crushed Ice bei Lidl? Vielleicht nicht schlecht, wenn man sich mal einen Abend lang mit ein paar Freunden hochprozentige Erfrischungen mischen will. Wer das schon mal mit einem Icecrusher ausprobiert hat, weiß auch, dass es zwar geht, man aber Unmengen Eiswürfel zermahlen muss, um sagen wir mal, 15 Mojitos ordentlich mit Eis anzufüllen. Aber Nein! Das sind Beutel zum SELBEREINFRIEREN!

Wie viele von den Beuteln mit vielleicht erbsengroßen Eiskügelchen muss man sich in die Box legen, um ein vergleichbares Mischerlebnis zu haben und wer soll die alle aus den Beuteln piddeln? Das dauert für den Abend wahrscheinlich ungefähr so lang wie zehn Quadratmeter Luftpolsterfolie zum zerplatzen zu bringen. Brauchts sowas?

Mittwoch, 4. Juli 2007

Alles, was über Fleischwurst hinausgeht...

... muss man an der Fleisch- und Wurst-Bedienungstheke unseres örtlichen Edeka-Aktivmarktes mit Vorsicht genießen. Manchmal reicht auch das nicht aus, wenn man zum Beispiel für die Weihnachtsfeiertage eine Woche vorher Gänsekeulen bestellt, diese am Tag vor Heiligabend abholt, die Kühlkette selbstverständlich aufrecht erhält und dann bei der Entnahme aus dem Kühschrank am 1. Weihnachtsfeiertag ein Geruch aus der Tüte drängt, als wären sie noch von Sankt Martin übriggeblieben. Aber das wollte ich gar nicht erzählen.

Diese Woche gibt es Kalbshaxe im Angebot.
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Die kann man sich schonmal für einen schönen Braten in den Gefrierschrank legen, deshalb lenkten wir den Gitterwagen gestern mal wieder dorthin. Seit er weiß, dass es da immer ein Rädchen Fleischwurst gibt, fängt Julius schon in der Gemüseabteilung an, in Richtung Fleischtheke zu winken, so war er auch gestern beschäftigt, in der Warteschlange auf sich aufmerksam zu machen.

Yooee: Sie haben diese Woche Kalbshaxen im Angebot, davon hätt ich gerne zwei oder so.
Verkäuferin: Weiß ich gar nicht, muss ich erstmal nachschauen (blättert im Prospekt, findet das Angebot schließlich auf der letzten Seite)
Yooee: Dann mal zwei davon, bitte, wenn es noch welche gibt (ich sah keine in der Verkaufstheke)
Verkäuferin: Ja, äh... (schaut kurz in die Verkaufstheke und nimmt eine Schweinshaxe in die Hand)
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Yooee: Die will ich nicht.
Verkäuferin: Wieso?
Yooee: Das ist eine Schweinshaxe. Da ist Schwarte dran.
Verkäuferin: Ja, ach so, da muss ich erstmal hinten nachfragen. (nach hinten): Haben wir noch Kalbshaxen da?
Hinten: Heute schon aus. (zu mir): müssten Sie morgen vormittag nochmal reinschaun.
Yooee: Ja gut, mach ich dann mal.

Nix gekauft, keine Fleischwurst für Julius.

Anscheinend gibt es da im Edeka-Aktivmarkt ein Rotationssystem, so dass jede von den Verkäuferinnen mal hinter die Fleischtheke darf/muss. Ein bisschen Warenkunde, zumindest über das, was gerade im Angebot ist, wäre vielleicht doch angebracht. Ich würd ja gerne wissen, wieviele Kalbshaxen mit Schwarte die Dame gestern an den Mann gebracht hat.

Bockbierbowle

- eine frage der richtigen mischung -

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