Donnerstag, 16. Oktober 2008

Endlich wieder Football

American Football ist eine körpterlich recht intensive Sportart. Egal, auf welchem Niveau man spielt, ist der Körper beim Training spürbar beansprucht, ein Wettkampf (=Spiel) aber, zieht zumindest nach meiner Erfahrung regelmäßig mehrtägig ganzheitlich schmerzhaften Muskelkater nach sich. So war es früher, als man mir (24) nach einem Spiel gesagt hat, "so wie Du Dich morgen fühlst, fühlt sich ein 50-jähriger jeden morgen nach dem Aufstehen." - Football als Zeitmaschine oder Ersatz für den Altersanzug.

Meine Erfahrung bezieht sich dabei nur auf die vorderein zwei Reihen in Angriff und Verteitigung, ich denke aber, dass die Spieler im Backfield trotz weiger Körperkontakt mit dem Gegner, ähnliche Gefühle durch die verstärkte Laufarbeit spüren werden. Was den Körperkontakt betrifft, gibt es im Football auch nicht die Möglichkeit "es mal ruhiger angehen" zu lassen. Nachlassen der eigenen Anstrengung zieht einen Nachteil in der direkten körperlichen Konfrontation und damit mehr Schmerzen sowie ein erheblich höheres Verletzungsrisiko nach sich.

Diese Umstände machten mir in den letzten Tagen vor dem bereits erwähnten Benefizspiel doch etwas Sorgen: Jahrelang Trainingsfrei und dann nochmal direkt ins Gerangel? In meinem Alter? Kann ich da noch mithalten? Geht das gut? Inzwischen ist natürlich auch die familiäre Situation eine andere und eine ernsthafte Verletzung würde nicht mehr nur mich betreffen. Letztlich überwogen aber die Ehre, eingeladen worden zu sein und der süße Geschmack, wieder in die Schulterpads zu schlüpfen, und ich sagte zu. Es kann nicht nur das Dauerläufer-Endorphin sein, das einem Footballer in und nach einem Spiel durch die Rübe saust, sonst würde ich nicht mehr aufhören zu laufen. Der größte Teil des Equipment war noch da, einen Teil ließ ich mir last-minute zuschicken, und mit Z.s Hilfe fand ich auch noch meine Schuhe. Ohne Training fand sich ein Haufen von über 40 ehemaligen Footballern zusammen, freute sich über den Flashback in die Gute Alte Zeit und stellte sich bei bestem Wetter auf die Wiese.

Eine vollständige Footballausrüstung schmeichelt grundsätzlich der Figur, das war schon immer so und wirkt zum Glück auch noch bei älteren Herren mit gewissem Gewichtszuwachs seit Ende der aktiven Laufbahn. So sieht es hier beim Kickoff noch so aus, als hätte ich (#52) das ganze seit Jahren einmal die Woche gemacht:



Ein anderes Bild dagegen trieb mir beim ersten Sehen die Tränen in die Augen:



Sind die Trikots untenrum enger geworden, oder wie is das?

Na ja, egal, gelegentlich kam ich ja doch noch recht nah an die Action:





(Frank Lambertz, der eine Unmenge toller Bilder vom Spiel ins Netz gestellt hat, sei meines Dankes gewiss!)

Es war vereinbart, dass alle Spieler auf Ihren Positionen so oft wie möglich durchwechseln sollten, damit jeder zum Spielen und keiner zu sehr aus der Puste kam, und so hatte ich insgesamt vielleicht 20-30 Spielzüge auf dem Platz. Da wir uns die Position des Middle Linebacker zu dritt teilten, entsprach das in etwa einem Drittel Spiel. Diese Verringerte Anstrengung schlug sich nach dem Spiel am Samstag nicht im Muskelkater am Sonntag nieder. Als Endorphine, Adrenalin und was der Körper noch so an Schmerzstillern bereit hält. wieder ein normales Nieveau erreicht hatten, glich mein Gang dem eines 80-jährigen. Plötzlich war es mir unvorstellbar, wie ich auf dem Spielfeld in Sekundenschnelle wieder aufgestanden war, wo es doch jetzt unter Schmerzen zehn bis fünfzehn Sekunden dauerte. Schon liegen tat weh, Umdrehen im Bett vermied ich nach Möglichkeit die ganze Nacht. Treppensteigen war mal wieder höchster Schwierigkeitsgrad auf den ersten drei Stufen wegen der Aufwärmphase. Stufen 4 bis 9 gingen so, ab der 10. wurden die übersäuerten Oberschenkel schon wieder müde. Und dabei spreche ich noch gar nicht von den zunächst blauen Flecken, die an den Armen und Beinen, also den ungeschützten Stellen den Gegner zum reinhauen einluden.

Ein unglaublicher Sport. Ich war geneigt, mich wieder fürs regelmäßige Training einzutragen, weiß aber auch, dass ich 1. nicht regelmäßig da sein könnte, und 2. trotz allem Spaß dafür schon zu alt bin.

Ein schöner Ausflug in die Vergangenheit - vielleicht sieht man sich beim nächsten runden Vereinsjubiläum in 5 oder 10 Jahren wieder.

Samstag, 11. Oktober 2008

Morgen Football

Für ein Benefizspiel zum 20-jährigen Vereinsjubiläum stülp ich mir morgen nochmal die Ausrüstung über. Mit meiner Kondition ist es ja nicht mehr so weit her, zwischen meinem letzten Spiel und heute liegen ca. 12 kg.

Aber ich freu mich schon, den alten Spirit wieder zu spüren und mal wieder über eine Wiese zu rollen.

Edit 16.10.08:
Es wär mal fällig, von der Veranstaltung zu berichten, aber ich bin noch uneins mit mir, ob ich so ein Bild posten soll, wo es in dem engen Shirt aussieht, als hätte ich drunter ein Bauchnabelpiercing.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Navi-Faxen

Ich bin ja nicht der große Kilometerfresser auf Deutschlands Autobahnen, die Strecken, die ich fahre, wiederholen sich, und bis zum letzten Auto kam ich ganz gut ohne Navigationsgerät zurecht. Seit ich nun eins hab, seit etwas mehr als zwei Jahren, verfahr ich mich mit Navi ähnlich oft wie ohne, nur aus anderen Gründen. Mal widme ich der Unterhaltung im Fahrgastraum mehr Aufmerksamkeit als den Ansagen und übergeh sie einfach. Mal schau ich nicht auf den Entfernungscountdown und biege sofort ab, statt erst nach 580 Metern. Mal blendet sich die Telefon-Freisprechanlage über die Navianzeige und ich verpasse dadurch den einen oder anderen wichtigen Hinweis - gerne auch beim Warten in der Warteschleife eines Angerufenen.

Heute sollte ich zu einem Geschäftspartner in Grevenbroich-Kapellen fahren (ob ich dort wohl auch Horst Schlämmer oder Gisela träfe?). Gestern hatte ich schon im Routenprogramm vorgeschaut und freute mich deshalb heute morgen, dass das Navi die A61 empfahl, anstatt mich im Berufsverkehr durch ganz Bonn von Süd nach Nord auf die A555 und weiter zu schicken. Beim Losfahren war noch annehmbares Wetter, aber je näher ich Grevenbroich kam, desto mehr regnete es, bei entsprechend sich verschlechternder Sicht.

Kurz vor dem Autobahnwechsel zeigte der kleine Bildschirm in etwa folgendes Bild (nach Rückkehr zum Fotografieren nachgestellt):



Ich folgte den Anweisungen, auf die A44 zu wechseln, entdeckte keinen Widerspruch zu den Ansagen des Navi und fand mich dann wieder auf der A44 in Richtung Aachen, also entgegengesetzt. Das Gerät rechnete schnell um und schickte mich über die nächste Ausfahrt zurück. Wegen des schlechten Wetters und der oben genannten Gründe war ich noch recht sicher, dass ich mich selber mal wieder vertüddelt hatte und nahm Anlauf, das Autobahnkreuz Jackerath zu passieren. Bei der Beschilderung war leider links und rechts irgendwie verdreht, und ehe ich mich versah, befand ich mich zunächst in Übereinstimmung, nach Abschluss des Manövers im Widerspruch mit dem Wegfinder, wieder auf der A44 in Richtung Aachen. Dann mal die Karte ausgezoomt, über das Kreuz Wanlo und die A46 rumgeschwungen und ich war wieder richtig. Dem Navi fiel das dann auch wieder ein, den Rest des Weges kannte es.

Normalerweise wäre ich um ca. 8:40h am Zielort gewesen, nach 110 km und 20 Minuten früher als vereinbart. Bei Abfahrt zeigte der Bordcomputer noch eine Reichweite von 150 km, ich hätte also dort ankommen und nach dem Termin in aller Ruhe tanken können. Nach den zwei Schleifen über das malerische Titz wollte ich nicht das Risiko eingehen, den Kunden um eine Tasse Diesel bitten zu müssen und tankte noch schnell an der Autobahn. So erschien ich dank Navi um 9:16h und etwas unruhig, denn die letzten paar Milliliter im Tank auf der Autobahn bei strömendem Regen heben bei mir Puls und Blutdruck immer ganz leicht an.

Wieder zuhause sah ich mir das ganze nochmal auf dem PC-Routenprogramm an und dort sieht es so aus:



Ich weiß nicht, ob die A44 jemals von Jackerath in Richtung Nord-Osten ausgebaut war oder noch wird, im Moment ist Jackerath jedenfalls kein Kreuz, sondern nur ein Dreieck. Und wenn ich nicht so wenig Sprit im Tank gehabt hätte, was mich zwang, dringend nach einem Umweg zu einer Zapfsäule zu suchen, würde ich vielleicht immernoch dem Navi folgend in einer Endlosschleife zwischen dem Dreieck Jackerath und der Anschlussstelle Titz hin und her fahren.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Plötzlich einer mehr...

In der Woche die Nicolas mit seiner Mami noch im Krankenhaus war, hatte Julius kaum Zeit, Mami zu vermissen. Oma ist da und bot ihm das volle Unterhaltungsprogramm mit Spazieren, Scherenschnipseln, Wasserfarbenmalen und viele andere Faxen.

Am 3. Oktober kamen die zwei nach Hause und plötzlich ist alles irgendwie anders. Neugierig war Julius natürlich schon und stolz, ihn mal im Arm zu halten.



Aber irgendwie schien sich alles nur noch um den Neuen zu drehen.



Zum Glück war Nicolas nicht mit leeren Händen gekommen, sondern hatte für Julius eine große Überraschung dabei:



Einen riesengroßen Kran, und der ist wirklich faszinierend!





Na ja, auch wenn Nicolas im Moment wirklich einen großen Teil der Aufmerksamkeit bekommt, von "links liegen lassen" kann bei Julius ganz bestimmt nicht die Rede sein.

Falls jemand Fragen zu dem Veilchen hat, nur zu!

Freitag, 26. September 2008

Nicolas

26.09.2008, 10:54h





50cm - 3.290g

Willkommen auf der Welt!

Dienstag, 2. September 2008

Erntezeit



Von den Conchos gibt es zahlenmäßig dieses Jahr nicht so wahnsinnig viele, aber doch ein paar auf dem Garagendach und ein paar im Gewächshaus. Die auf der Garage sind die ersten, die richtig rot sind, und trotz nur mittlerer Schärfe 6-7 von 10 zeigen sie in der Nudelsoße schon Wirkung.

Im Gewächshaus sind es so um die 10 Stück pro Pflanze und sie sind zwar noch grün, aber schon riesig. Riesig für eine Peperoni, die größten kommen sicher auf die 10 cm Länge und fast 5 cm Durchmesser.

Die Habaneros und die anderen wirklich bösen Sorten lassen sich noch Zeit - Bilder folgen. Praktischerweise kann man sie lange an der Pflanze lassen, auch wenn sie schon rot sind und so lange es nicht friert. So lange muss man sich noch keine Gedanken um die Konservierung machen.

Sportlich eingebremst

Gestern abend waren wir bei Porta in Bornheim. Ein riesen Laden, den es seit einem Jahr gibt, direkt davor wurde jetzt auch noch ein ebenso riesiger Bauhaus-Baumarkt hingestellt.

Das schöne an diesen neuen Gewerbegebietshüpfburgen ist, dass sie mit immer größeren Parkplätzen geplant werden. Der Bauer, der den Acker kürzlich verkauft hat, kam immer noch auf einen schönen qm-Preis, so dass er seinen Landmaschinenfuhrpark jetzt wahrscheinlich ruhen lassen kann, und die Ladeneröffner können es auch außenrum grpßzügig gestalten. So hatte ich richtig Platz zum Abstellen des Sideboard-Fuhrwerks und gestern mussten beim Einparken sogar die Anhängerreifen etwas Gummi lassen:



Den Anhänger brauchten wir dann aber gar nicht, weil das Stück, das wir letzte Woche zur vereinbarten Abholung gestern gekauft hatten, noch nicht eingepackt war, und so werden wir jetzt kostenfrei fein nach Hause beliefert. Da musste ich dem Verkäufer gegenüber zwar noch ein enttäuschtes Gesicht machen, weil wir das Ding noch nicht mitnehmen durften, innerlich war ich aber schon am jubeln, weil mir einiges an Schleppen, Anhängerplane abbauen, Verzurren und wackelig nach Hause fahren erspart blieb.

Freitag, 22. August 2008

Leute mit leichtem Schlag

... AUFSTEHEEEEN!



Die mit schwerem Schlag können liegen bleiben.

(Aus dem Westfalia-Technikkatalog)

Gartenarbeit - Reine Freude

Ist ja schon schön, im Grünzeug zu wühlen, auch wenn es gelegentlich recht zeitaufwändig ist. Gestern durfte ich erfahren, dass das mitunter auch ein gewisse Risiko birgt:

Der Nachbar hatte sich gestern tagsüber bei einem Baumarkt einen Freischneider/Motorsense mit kräftigem Messer (statt mit dem Grasschnürchen von der Spule) gemietet, um in seinem Teil des Hangs hinter unseren Rasenflächen etwas Ordnung unter den Brennesseln, Brombeerranken und anderen Pionierpflanzen zu schaffen. Da die Miete nicht nach Zeit, sondern nach Spritverbrauch abgerechnet wird, bot er mir an, das Gerät nachdem er schon fertig war, abends auch zu nutzen. Zu mähen war genug, also nahm ich das Ding mit, Schutzbrille und lange Hose an und schlug mich ins Gestrüpp.

Eine gute halbe Stunde ging es gut voran mit einer Schneise von oben nach unten. Hohes Gras und Gestrüpp wächst vor allem am rechten Rand des Hangs, wo keine Bäume stehen. So kam ich Stück für Stück immer weiter nach unten, und freute mich schon darauf, auf dem fast flachen Stück unterhalb der großen Holunderbüsche, die demnächst mal weg sollen, halbwegs gerade stehen zu können.



PLÖTZLICH

mäh ich so in Gedanken so vor mich hin, spür ich rechts unter dem T-Shirt nahe dem Hosenbund einen Stich. Oh, denk ich noch, hat sich da ein Bienchen verirrt. Es war aber kein Bienchen, und es hatte sich auch nicht verirrt. Es war eine Wespe in höchster Angriffslust, und sie hatte noch Familie mit. Ich ließ den Freischneider fallen und wich ein paar Meter zurück, aber die hatten sich mein T-Shirt schon gemerkt. Die Arbeitshandschuhe flogen unkontrolliert von meinen Händen, als ich versuchte dem Schwarm zu entwischen. Ich hatte mir bisher nicht vostellen können, dass Wespen jemanden gezielt im Kampfverband verfolgen. So war das aber. Sie fanden alle Öffnungen des T-Shirts, in die Hose kamen sie zu Glück weder von Oben noch von unten. Ebenfalls zum Glück injizierten sie zwar am Nacken, nicht aber im Gesicht. Noch ein paar Meter weiter hangaufwärts schienen die Verfolger von mir abzulassen und ich zog schnell das T-Shirt aus, in dem sich noch einige verbissen hatten.

Auf dem Weg ganz nach oben zum Haus spürte ich Jucken und Brennen an den Injektionsstellen am Unterarm links (der war beim Mähen am weitesten vorne und hatte ca. 15 Stiche), an der Schulter links (da war wohl eine oder zwei in den Ärmel gekommen und sie hatten mehrfach zugestochen, ca. 5 Stiche auf einem Fleck), AmRücken oberhalb des Hosenbunds (da waren die meisten bei der Verfolgung reingeschlüpft, ebenfalls 15-20 Stiche) und innen am Bizeps rechts (mehrfacher Stich vermutlich einer einzelnen Wespe), sowie vereinzelte Stiche am Oberkörper verteilt, vom Nacken bis zum Hosenbund.

Insgesamt war ich aber froh, dass nichts im Gesicht und vor allem in Mund und Nase war. Im Haus war ich trotzdem etwas unruhig, weil es plötzlich überall juckte. An den Fußsohlen, in den Handflächen, im Gesicht, auf dem Kopf, sowie in der Hose von vorn bis hinten.

Erstmal alles vom Leib reißen und kalt duschen. Es half momentan, dort wo der Duschregen jeweils gerade auftraf, über all sonst juckte es weiter. Beim Aussteigen aus der Wanne blickten mich aus dem Badspiegel kleine fiebrige Augen aus einem knallroten, geschwollenen Gesicht an. Z. empfahl, doch mal zum Arzt zu fahren.


"Ich hab so roundabout * ungefähr 20 Wespenstiche, ham Sie das was?" So fand ich mich eine Viertelstunde später in der Notaufnahme unseres Krankenhauses wieder. Bisher wusste ich noch nicht von einer Allergie gegen das Insektengift, aber so was kann sich anscheinend auch unmittelbar nach den ersten Stichen erst einstellen. Es gab einen Elefantencocktail in die Vene aus einem Cortisonmedikament und dem Juckreizstiller und Allergiebremser Fenistil, und nach etwa einer Stunde auf der Liege konnten wir wieder heimfahren.

Wahrscheinlich von den Medikamenten, vielleicht auch ein Bisschen vom Gift selbst, war ich sehr, sehr müde und legte mich, weitgehend abgeschwollen, nur noch mit vereinzeltem leichtem Jucken und Brennen, in die Kiste.

Der Nachbar hatte inzwischen den Freischneider von der Gefahrenstelle geborgen, in voller improvisierter Wespenschutzausrüstung, alle Kleidungsöffnungen mit Klebeband dicht verschlossen. Die Wespen hatten sich bis dahin aber schon wieder beruhigt, er blieb unbehelligt.

Ja, der Freischneider ist wieder weg, da muss ich wohl die Tage nochmal mit der Sense ran...







* Nein, das Wichtigtuerwort des Jahres 2003 hab ich natürlich nicht benutzt! Auch nicht "sensationell", das Wichtigtuerwort 2004.

Montag, 18. August 2008

Nicht am Telefon

Anscheinend übernimmt im Sommerloch beim Krupp-Verlag auch schon mal der Hausmeister die Anzeigenannahme:



- Ich möchte mich auf Ihre Anzeige bewerben. Als Jachtaufseher.
- Prima, sind Sie denn auch zuverlässich?
- Auf jeden Fall, ich bin sogar richtich zuverlässich!
- Und haben Sie Erfahrung mit Jachten?
- Ja, ich war jahrelang Jachtpächter am im Bayerischen Wald, aber auch oft als Jachtgast am Mittelmeer und in Polen unterwegs. Aus der Zeit habe ich noch ein Jachtmesser und eine grüne Jachthose.
- Haben Sie auch einen Jachthund?
- Ja, mein Hubertus war früher ein richtich guter Jachthund, er ist aber schon in die Jahre gekommen, jetzt wird ihm immer schlecht, wenn es zu viel schaukelt.
- Und trauen Sie sich einen Jachtaufsicht an der Ahr zu?
- Also, die Ahr ist ja nicht so tief. Da kann die Jacht nicht so groß sein. Das werde ich wohl schon bewältigen.
- Prima, dann kommen Sie doch einfach am Montag mal vorbei. Seien Sie bitte pünktlig, wenn es geht, bringen Sie Ihr Jachtgewehr auch mit, dann sehen wir mal, ob wir gleich etwas schießen können.
- Äh, Schießen? ...

Es gibt hier zwar einen Yachthafen, aber ich fürchte, dort wird die Jacht nicht liegen.

Donnerstag, 14. August 2008

Was du nicht willst, das man dir tut...

... das mache andern, das tut gut.

Julius ist bis jetzt noch nicht so der vollbegeisterte Zähneputzer. Für seine "Haustiere" scheint er aber schon auf Zahnhygiene zu achten, wie ich gestern nachmittag im Bad sehen durfte:

Volksgrammatik

Korrigiert mich, wenn ich mich da vertu, aber bei der Anzeige in unserem Blättchen bin ich heute morgen irgendwie gestolpert:



Hm.
Hm?
Hmmmmm?!

Mal andersrum:

Neuen Bremsen können einen Golf stoppen - sonst nichts.


- oder doch NEUE Bremsen?

Hat sich da unser örtlicher VW-Händler um ein n vertan oder kommt das aus WOB? Also mir wär das peinlich...

Dienstag, 29. Juli 2008

Auf gute Nachbarschaft...

Unmittelbar anschließend ans Gelände, auf dem sich unser Büro befindet, war bis vor kurzem ein Imbiss, von dem wir außer etwas Geruch von Pommesfett, je nach Windrichtung, nicht viel mitbekamen.

Der Betreiber hat sich (wurde vom Eigentümer der Immobilie) kürzlich und plötzlich entfernt und nun werkelt seit ein paar Wochen eine Familie an und in dem Gebäude, um - nach Ansage des Eigentümers, der auch Vermieter unseres Büros ist - dort "gehobene Gastronomie" zu etablieren. (Nochmal zur Erinnerung: in einer ehemaligen Imbissbude). Grundsätzlich freut man sich da als Anlieger, da gehobene Gastronomie einen Ort normalerweise insgesamt aufwertet, und so gäbe es in unmittelbarer Nähe eine neue Möglichkeit, gelegentlich gepflegt etwas zu konsumieren. Je nachdem, wie gehoben die neue Gastronomie sein soll, wäre später zu entscheiden, ob und wie oft ich mir das erlauben kann.

Am letzten Freitag klingelte nun der gehobene Gastronom in spe (der sich bisher weder vorgestellt , noch es für nötig gehalten hatte, uns auf dem Hof mal zu Grüßen) (doch SO gehoben?) bei uns:

gehobener Gastronom (GG): Hallo, ich wollte mal nach der Telefonnummer von Herrn N. fragen, der wohnt doch da oben hier gegenüber, wo wir gerade renovieren.
Yooee: Ja, kann ich Ihnen gern geben.
GG: Ich wollt mal mit dem sprechen, weil der mir nach Möglichkeit gestatten soll, (was bestimmtes im Zusammenhang mit dem Gebäude) zu benutzen.
Yooee: Hier ist die Nummer von Herrn N., rufen Sie ihn am besten selber an, aber ich fürchte, davon wird er nicht begeistert sein.
GG: Ja, wär ja schade, wenn man sich da nicht einigen könnte, aber ich brauch das ganz dringend für mein Geschäft, und er hat ja auch was davon, dass wir da so schön renovieren und so.
Yooee: Wie gesagt, ich kann dazu nichts sagen, ich wohn da nicht. Rufen Sie ihn einfach an.
GG: Ja, wenn er da nicht zustimmt...
Yooee: Ich weiß es nicht, sprechen Sie bitte mit ihm selber.
GG: Das würd ich mir nicht so einfach gefallen lassen, ich hab nämlich 8 Semester Jura studiert. Zwar nicht abgeschlossen, aber ich kenn mich da so ein Bisschen aus.
Yooee: Aha.
GG: Das wär nämlich eine erhebliche Einschränkung für mein Geschäft, das würde ich auf jeden Fall vor Gericht klären lassen.
Yooee: Da wird Herr N. bestimmt sehr beeindruckt sein. Rufen Sie ihn einfach an.
GG: Ja gut, mach ich sofort, da muss er ja eigentlich zustimmen.
Yooee: Ja, tschö.

Acht Semester! Wow! Möglicherweise wird es doch nicht vom Niveau der Gastronomie abhängen, ob ich da jemals hingehe, sondern davon, ob der Herr Gastronom nicht wegen Nichteinigung ein kollektives Hausverbot gegen unsere ganze Firma erficht.

Donnerstag, 24. Juli 2008

Karneval im Sommer

Seit etwa 3 Wochen, als Julius die Maxi-CD von Brings zum ersten Mal hörte, haben wir Karneval.

Morgens, kaum aus dem Bett, rennt er schon zum CD-Spieler, drückt so lange, bis es losgeht und tanzt dann gerne mal eine Stunde lang zu den drei immer wiederholten Liedern "Nur nicht aus Liebe weinen", "Waggele" (Rastamann) und "Du Fijuur".

Gestern nachmittag fand er in einer Schublade in einem anderen Zimmer ein altes Mikrofon, dass uns eine zeitlang als Notlösung für die Skyperei gedient hatte, und er wusste sofort, was zu tun war:



Aus dem wird noch mal was in der närrischen Zunft!

Mittwoch, 9. Juli 2008

Glatze durch Hunde!



Na, nach einer halben Stunde war es vielleicht erstmal eine Halbglatze...

Verwurstelt

Gestern sagte mir eine freundliche Dame vom Reisebüro, sie müsste unser Angebot erst genau "ausklabüstern".

Manchmal spielt einem die eigene Zunge schon komische Streiche, gut dass es sogar dazu bei Wikipedia und im Duden etwas gibt.

Dienstag, 8. Juli 2008

Un Knotakt freten

Montag, 7. Juli 2008

Man muss nicht nach Amerika

... um in Zeiten sich ständig verschlimmernder Wirtschaftsnachrichten auch mal ein Schnäppchen zu machen, nämlich das mit dem starken Euro. Auch in der Schweiz benutzt man zum Einkaufen noch etwas anderes als den Euro, noch dazu ist Sommer, die Jahreszeit, in der man eine Woche nicht nach der Gültigkeit der Liftkarte plant, also kann man da gerade günstig hinfahren.

Die Idee kam uns, weil der Kinderarzt wegen einiger heftiger Erkältungen bei Julius in diesem Jahr empfahl, mal an die See zu fahren, oder in die Berge, aber über 1500 m.

Das Büdchen, dass wir dann bekommen haben, lag laut Auto-Navi so ungefähr bei 1502m, passte also genau.



Bei dieser Aussicht aus dem Küchenfenster waren wir schon mit dem Abstellen des Motors schlagartig entspannter.

Bei bestem Wetter griffen wir an und wanderten, was das Zeug hielt. Julius meistens vorn dabei und kaum zu bremsen



Wir wanderten, ich hielt, wie es sich für einen Touristen gehört, meine Käsefüße in sehr kaltes Wasser...

wanderten weiter,

kletterten, wurden müde .

Einen Tag wanderten wir am Rhein entlang, wie er uns bisher gar nicht bekannt war, obwohl wir ihn hier täglich sehen.



Einen anderen Tag wanderten wir, wo uns Eichhörnle frech folgten und auf Haselnüsse warteten, die uns selber mindestens genausogut schmeckten.



Die Woche ging viel zu schnell rum, den Hausgipfel "Piz Beverin" zu erklimmen, sparen wir uns fürs nächste Mal auf.



Ein guter Tipp von Freunden war die An- und Rückfahrt durch das Elsass, Verkehrsmäßig stressfrei und landschaftlich reizvoll:

Autobahn in Frankreich:



Autobahn in Frankreich mit ganz viel Verkehr:



Irgendwann aber doch wieder Freie Fahrt für Freie Bürger:



Gelernt:
- Mars heißt dort Hopp - zumindest noch als wir da waren.
- Der Schweizer ist tagelang sehr stolz, wenn er dem Deutschen sein Fernsehbild geben darf.
- Der Streichelzoo in Davos macht erst im Juli auf.
- Nie bei der der UBS-Bank Geld ziehen, die verstecken horrende Gebühren im Euro-Wechselkurs, den Besten Kurs der Woche bekamen wir bei der Kantonalbank Graubünden.
- In der Schweiz gibt es auch im Supermarkt bestimmte häufige Käsesorten fast nur als Rohmilchkäse, eine Besonderheit, nach der man hierzulande gezielt suchen muss und die dann meistens teuer kommt. Gut für Käsgernesser, wenn sie nicht gerade schwanger sind.

Bockbierbowle

- eine frage der richtigen mischung -

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