Dienstag, 20. April 2010

Die Natur schießt ins Kraut

... da kann der Winter-Header - nicht zuletzt aufgrund öffentlichen Drucks - endlich weg.




War ja schon schön, mal mehr Schnee zu haben, aber jetzt tun auch die Sonnenstrahlen gut [die ich tagsüber durchs Bürofenster zu sehen krieg]

Mittwoch, 10. März 2010

Audi-Schadenfreude

Besonders dumm sieht es aus, wenn bei einem Audi A6 von den LED-Tagleuchtleisten nur eine geht.

So einer kam mir gerade entgegen.

Ha!

Dienstag, 9. März 2010

Kostenloser Zeitvertreib auf der Landstraße: Probefahrt buchen!

Als ich seinerzeit den Führerschein machte, durfte ich zwar mit dem elterlichen Auto probe fahren und es auch benutzen, aber der Polo war mir nicht wirklich genug. So sah ich mich um, wie man sonst, etwa per Testfahrt, an Fahrpraxis kommen konnte. Unsere pfiffige Lösung waren die von praktisch allen Autohäusern angebotenen Testfahrten für Neuwagen. Vom KFZ-Teil der Zeitung suchten wir uns ein Autohaus in der Nähe, vereinbarten einen Termin für eine Probefahrt und schon war der Vormittag gerettet. Wir brauchten nur jeweils ein Auto, um hinzukommen, mussten versuchen, wie Kaufinteressenten auszusehen, und so tun, als suchten wir ein Auto. Ich glaube nicht, dass uns alle Händler das abkauften, aber trotzdem bekamen wir den Schlüssel für die Testfahrt. Die durfte durchaus mal eine Stunde oder so dauern, probe fahren mit Café-Besuch und anschließender Meinungsäußerung. Solche Testfahrten mögen für den Händler in dem Moment nichts eingebracht haben, uns verschafften sie etwas Fahrpraxis und etwas Gefühl für die Unterschiede, die es zwischen verschiedenen Fabrikaten gibt. Das zahlte sich spätestens dann aus, wenn tatsächlich mal eine Testfahrt für einen Neuwagen anstand. Eine Probefahrt zu vereinbaren, ist heute sehr viel einfacher, unter probefahrt.de bekommt man Termine für verschiedene Modelle nach Verfügbarkeit.

Dienstag, 23. Februar 2010

Zu tief in den Messweinkelch geschaut

Kann doch mal passieren, Frau Käßmann!

Wirklich daneben benommen hätte sie sich, wenn sie noch mit dem nackten Hintern in der Windschutzscheibe durch eine Radarfalle gerast wäre.

Aber origineller wär das auch gekommen!

Sonntag, 14. Februar 2010

TuS-Ball

Jabba-Dabba-Duuuu!



Für den Abend war das Outfit perfekt, es wurde nicht zu warm. Auf dem Rückweg war es aber schon etwas frisch untenrum...



Schuhe aus echtem Bärenfell: Es musste einer unserer Teddies dran glauben. Aber der war sowieso schon recht abgenutzt....



Ist für unsere Verhältnisse dieses Jahr ein ganz schön aktiver Karneval. Das sieht man auch an der Zwischengarderobe:

Freitag, 12. Februar 2010

Hammerse wieder!

Karneval an allen Fronten. Man merkt auch an den Nachrichtenseiten im Internet, das der eine oder anderer Autor abends weg war.

Gestern informiert n-tv.de, dass der Winter in Nordamerika die Lüste lähmt



- obwohl: Ich denke, wenn man wegen des Wetters nicht vor die Tür kann, könnte das den Lüsten sogar förderlich sein!

Heute freut sich heute.de, dass zumindest in Bayern, Österreich und der Schweiz keine Bundeswehr zum Einsatz kommen soll:



- oder wo genau ist das Innland? Könnte man mal den Bundes-Inn-Minister fragen.

Edit 1:
Ja, und noch was bei heute.de:



Ja, wir werden es erst heute Nacht sehen, aber ich glaube, man wird es mit dem Feuer so halten, dass es gut sichtbar brennt. Man wird für Brandschutz sorgen, und da die Eröffnungsfeier in der Halle stattfindet, wird es auch ein Dach geben. Das sind zwar alles nur Vermutungen, aber ich glaube, damit sind alle wichtigen Fragen beantwortet.

Edit 2:
Nein, es muss anders sein: Entweder war bei heute.de gestern Ball (vielleicht arbeiten da ja nur Weiber (im karnevalistischen Sinn)/Möhne. Oder die Korrekturleseperson war gestern auf und ist deshalb heute von der Rolle:

Sonntag, 7. Februar 2010

Kinderkarneval - der böse Vampir





Samstag, 6. Februar 2010

Frage zum Tage

In welcher Sprache sind eigentlich die Bücher, die bei IKEA in Schweden als Deko in den Schränken und Regalen stehen?

Freitag, 5. Februar 2010

Blog for Money (3)

Ein im Auftrag frei erfundener Text im "Blogger-Stil", in dem ein vorgegebenes Schlagwort vorkommen musste. Wer will, kann raten, was die Vorgabe war:

Du hast ein Gesicht wie ein Romika-Schuh: Rein treten und wohl fühlen! Über solche Sprüche hab ich mich in der dritten Klasse noch kaputt gelacht. Ob sie auf heutigen Schulhöfen noch zu hören sind, weiß ich nicht, aber irgendwoher muss es ja kommen, dass die Marke so synonym für Bequemschuhe war, dass man das sogar in so eine schöne Frotzelei einbauen konnte.

Ist es denn so, dass man nur "früher mal" Schuhe und Textilien von Qualitätsmarken kaufen konnte, die nicht nach genau 23 Monaten durchgelaufen sind, keine Ferse mehr haben oder alle Halte- und Ziernähte plötzlich verlieren? Egal, was man heute kauft, oft scheint es, als seien Gebrauchsgegenstände so gebaut, dass sie gerade eine Saison überstehen, vielleicht zwei, aber dann muss spätestens was neues her. Von Nachhaltigkeit bei der Rohstoffbeschaffung und -entsorgung wird viel gesprochen, aber die echte Nachhaltigkeit wird zum Opfer von Wachstums- und Umsatzdenken. Echte Nachhaltigkeit ist, ein Produkt zu bauen, das ruhig ein bisschen teurer sein darf, aber dann auch lange hält. Das erst kaputt geht, wenn es wirklich abgenutzt ist. Nicht wenn das Marketingkonzept des Herstellers einem den Ersatzkauf ans Herz legt.

Am Material kann es sicher nicht liegen. Die heute verfügbaren technischen Textilien können 10 Millionen mal aneinander reiben, Wassersäulen von 20 Metern undurchlässig zurückhalten oder einen Güterwaggon hoch heben. Da kann mir keiner Erzählen, das man keinen Faden findet, der solche Stoffen dauerhaft miteinander verbindet. Ich hab mal gehört, in den Alpenregionen gibt es noch Schuhmacher, die für Waldarbeiter Stiefel machen, die ein ganzes Arbeitsleben lang halten. Sowas brauchen wir auch von Romika!

Donnerstag, 4. Februar 2010

Blog for Money (2)

Einim Auftrag frei erfundener Text im "Blogger-Stil", in dem ein vorgegebenes Schlagwort vorkommen musste. Wer will, kann raten, was die Vorgabe war:

Was macht eigentlich ein Detektiv? Wem, wie mir, als erster der Josef Matula einfällt, hat erstmal eine telegene Vorstellung. Mandanten verfolgen, im richtigen Moment das ganz lange Tele dabei haben, und draufhalten, wenn sie gerade aus der Firma Computerteile klauen, auf Dienstreisen gewisse Etablissements besuchen oder mit der Frau des Chefs herumknutschen.

In Wirklichkeit - das zeigt schon die weite Produktpalette, wenn man die Internetseite einer Detektei besucht - ist das ganze wahrscheinlich weit langweiliger als "Ein Fall für Zwei" vermuten lässt. Ich hab mir vor langer Zeit auch mal die Bewerbungsunterlagen für eine Detektiausbildung kommen lassen. Da geht es um Recherche, Verzeichnisse wälzen, das Netz durchforsten, mit dem Auto kreuz und quer durch einen Stadtteil von Mannheim fahren, um Zeitabschnitte auszumessen.

Ich glaub, bis ein Detektiv mal endlich seine Karate-, Judo- oder Tai-Chi-Technik zur Anwendung bringen muss, nachdem er - mit bester Kondition ausgestattet - einem Mandanten eine Viertelstunde über Zäune und durch Sträucher hinterher gelaufen ist, vergehen viele Jahre, und danach auch wieder.

Das Anforderungsprofil habe ich damals, glaub ich, vom Verband deutscher Detektive oder so angefordert, und da ist man schon darauf bedacht, keine Draufgänger oder Nixblicker ins Boot zu holen. Auch, dass der Matula immer alleine vor sich hin werkelt, ist bestimmt eher ungewöhnlich. Meist sind es große Firmen, die für jede Spezialaufgabe einen Spezialisten haben. Wichtige Detekteien arbeiten überregional und finden sich nicht nur in den gelben Seiten einer, sondern JEDER Stadt wieder.

Sorry, wenn ich jemandem die romantische Illusion genommen habe, aber Müller's Büro wird moderne Fälle nur zufällig mal lösen!

Blog for Money (1)

Ein im Auftrag frei erfundener Text im "Blogger-Stil", in dem ein vorgegebenes Schlagwort vorkommen musste. Wer will, kann raten, was die Vorgabe war:

06:45h - der Radiowecker spielt Geier Sturzflug. In aller Ruhe aufstehen, frühstücken und dann... 06:45? 06:45??? - Hab ich jetzt tatsächlich 6 Mal auf die Schlummertaste gehauen? Mist, jetzt ist es mit der Ruhe vorbei! Mein Werktags-Morgen ist ein Ablauf, bei dem es Toleranzen von unter einer Minute gibt. Ich weiß, wann ich mit dem Pinkeln fertig bin, ich weiß, wie lang das Kaffeewasser braucht, bis es kocht, ich weiß, wie lang der Kaffee durch den Filter läuft. 18 Minuten Zeitung lesen, 6 Minuten Toastbrot essen. Alles stimmt auf die Minute genau, nur heute bin ich mit allem 42 Minuten zu spät! So kommt nur ein Pfützchen in den Wasserkessel, der Kaffee ist löslich, Zeitung les ich abends, Toast auf die Hand mit ins Auto. Chaos und verwirrendes Durcheinander im Bad beim Schnelldurchlauf. An den 22 Minuten Autofahrt kann ich nichts ändern, aber um 07:30h muss ich im Betrieb sein! Die elektronische Zeiterfassung ist gnadenlos.

Heutzutage ist da nichts mehr mit Magnetstreifen am Lautsprecher vorbeiziehen, und dann "Herr Schnieder, der Apparat nimmt meine Karte nicht" - ein unempfindlicher Flash-Chip lässt sich nicht so leicht foppen, und ich muss für jede Minute Rechenschaft ablegen. Bis 07:35 wird noch geduldet, aber wer es sich öfter mal erlaubt, erst um viertel vor acht zu erscheinen, hat praktisch schon einen Termin mit dem Chef gemacht. Der Produktionsleiter ist einer von der alten Schule, der ist noch mit dem Drill der Nachkriegszeit aufgewachsen. Da gibt es kein zu spät kommen!

Ich hasse die Tage, an denen es so ist wie heute. Der Morgen im Zeitraffer, und als ich endlich an der Maschine steh, fragt mich mein Kollege, warum ich die Nähte am T-Shirt heute außen trage...

Projekt: Blog for money

Jetzt hab ich mich kürzlich bei so einem Internet-Dings angemeldet, wo man für Minutenaufgaben Geld bekommt. Meistens gibt es gar nichts zu tun, aber hin und wieder, wenn ich daran denk, auf die Seite zu schauen, schneit vereinzelt eine Aufgabe rein. Nennen Sie 10 Sehenswürdigkeiten in vorgegebenen Orten für 12 Cent, finden Sie Fotos von Personen auf vorgegebenen Websites für 3 Cent, drücken Sie 200 Mal abwechselnd die y- und die w-Taste für 1 Cent. Also hab ich mich auch noch nie groß engagiert, dabei zu sein.

Jetzt läuft aber ein Projekt, bei dem man sich einen Text zu einem bestimmten Schlagwort aus den Fingern saugen soll. Er muss sonst nicht viel Aussagekraft haben, nur das Schlagwort (manchmal sind es auch zwei) muss drin vorkommen, und es muss in einem von drei Schreibstilen gehalten sein:

1. Geschichtlicher Stil - bei den Schlagworten, die es da gibt eine zähe Angelegenheit - ich glaub, das macht da keiner gerne, denn die Aufträge für "Geschichtlichen Stil" werden nicht weniger.
2. Informativer Stil - die sind schon alle weg, weil man das fast direkt aus Wikipedia oder sonstigen Websites übernehmen kann
3. Blogger-Stil - das kann ich, oder? Blogger-Stil gibt es gar nicht, denn Nutzer aller Stilrichtungen bloggen. Hier der Techniker, da der Nörgler, hier der abgedrehte Lyriker, da der leseschwache Nixchecker. Oder halt einer wie ich. Dort wird "Blogger-Stil" anscheinend so verstanden, dass man mal ein "Hey" einbaut, oder ein "Mist", oder ein "nen halben Tag". Was sie nicht wollen ist sowas wie Scheiße oder noch schlimmer.

Ich such mir jedenfalls immer die Blogger-Stil Schlagwörter raus und hab sogar Spaß, dazu ein Geschichtschen zu erfinden. Und wo ich das schon angefangen hab, hab ich mir gedacht, ich kann doch die Bockbierbowle etwas beleben, indem ich die Geschichtchen da mit reingeb. So sind sie nicht verloren, selbst wenn sie nie auf irgendeiner Internetseite erscheinen, weil irgendein Korrektor der Ansicht ist, ich hätte nicht im Blogger-Stil geschrieben.... Wer will, darf nach jedem Text raten, was wohl das vorgegebene Schlgwort war.

Viel Spaß!

Sonntag, 10. Januar 2010

Das Woggi-Ninna-Lied

Wer kennt es nicht, das Woggi-Ninna-Lied? Wem die Melodie gerade nicht im Ohr ist, hier eine Probe:

[DRÜCKEN]


So gingen wir also heute durch unser nachbarschaftliches Woggi-Ninna-Winterwonderland, verpackt in Fleece und Membranen, was das Zeug hält, ausgestattet mit GEländereifen am Kinderwagen und besten Davoser Stahlkufen am geliehenen Schlitten.

Obwohl aus Bayern kommend, sind meine eigenen Kindheitserinnerungen an Winterspaziergänge meist horizontal, weil das Lechfeld außer einem Bahndamm hie und da nicht viel an schlittbarem zu bieten hatte. Hier am Rhein sind wir zwar 400 Höhenmeter drunter, aber nach einem Ereignis wie Daisy, auch wenn sie nicht das brachte, was sie versprochen hatte, reciht es hier einerseits für eine brauchbare Unterlage, andererseits gibt es schon den einen oder anderen Hang in Gehdistanz, der zum Herunterrutschen taugt.

Für den Hinweg spannten wir Paul als Aushilfshusky ein.



Und dann fanden wir auch verschiedene Hänge, die wir zuerst vorsichtig, dann immer mutiger hinunterbrausten.



Gelegentlich brachte sich Paul auch unverhofft wieder ins Bild, was in diesem Fall einen anderen Schnappschuss vereitelte.



Und zum Ende hin wollte Julius sogar immer mehr alleine fahren, das lenken hatte er schnell raus...



... und nicht, dass es heißt, er ließe sich etwas hinterhertragen, machte er auch den Aufstieg selbst.



Jetzt, da man sich auch hier schon ein Bis
schen dran gewöhnt hat, freu ich mich über hoffentlich noch einige Tage richtigen Winter am Rhein.

Geburtstag im 3/4tel-Takt

Schon beim Kindergottesdienst an Heilig Abend hatte ihn das Geigenspiel eines Mädchens offensichtlich beeindruckt. Heute nahm Julius auf der Piratenparty eine kleine Auszeit, um das für sich selbst mal auszuprobieren:







Ich kann es mir nicht anders erklären, als dass er kürzlich bei der Silvestergala André Rieu mitbekommen hat und von ihm hypnotisiert worden ist...

Julius 4

Heute war Kindergeburtstag, ich bin immer noch völlig ausgelaugt.

Das Motto war "Piratenparty" - so kam es dann auch...



Herzlichen Glückwunsch, Julius!

Donnerstag, 7. Januar 2010

Vor dem Blizzard aus der Vb-Wetterlage

Bevor uns die berüchtigte Vb-Wetterlage am kommenden Wochenende vier Meter hoch einschneit, hatten wir doch letzte Woche schon einen für hiesige Verältnisse knackigen Wintereinbruch. Es waren tatsächlich an die 10 cm, die ab dem frühen Samstagmorgen fielen und Wiesen und Straßen waren geschlossen weiß.

Wir hätten alle noch bis halb neun schlafen können, aber da Z. um kurz vor 7 aus dem Fenster schaute und ob der weißen Pracht "Ooooh!" sagte, waren mit einem schlag alle wach. Also aufstehen, schnell was frühstücken, 8 Uhr raus schneeräumen, 9:30 Uhr melde Schneemannvollzug:



In so einer Extremsituation muss man, gerade als Vater, schnell reagieren. Ausgehend von um die 0°C war strengerer Frost angekündigt, und wenn aus dem frisch gefallenen Pappschnee im Verlauf des Vormittags plötzlich Harsch oder Pulver wird, und es ist noch keine Schneefigur gemacht, hat man es verpasst. Einem knapp 4-jährigen zu erklären, dass zwar jetzt genug Schnee liegt, man aber trotzdem keinen Schneemann bauen kann, will ich, gerade als Vater, unbedingt vermieden wissen!



Stapfen, Herumrollen, Schneeballschmeißen, Rote Bäckchen, Strahlen im Gesicht!

Der kleine schaute zuerst aus dem Ansitzsack zu.



Aber bald hielt ihn nichts mehr, und er wollte mit ins kalte Gewühl.



Es blieb nicht bei dem Schneemann, unser kleines Stück Wiese gab sogar noch eine Schildkröte her.



Zwei Stunden draußen, danach hatten wir alle auch Freude dran, den Rest des Tages den Schnee durchs Fenster anzuschauen.

Jetzt wollen wir mal sehen, was Tief Daisy überhaupt drauf hat, nachdem sie den Mund hinsichtlich Schneechaos ganz schön voll genommen hat, und ob sie auch hier im Mittleren Westen noch ein paar Zentimeter nachlegen kann.

Schon bei den Gänsekeulen...

... wäre es längst fällig gewesen, aber jetzt hat der Sommer-Header



endgültig ausgedient.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Gans ehrlich: Ich habe geweint!

6. Dezember. Die Familie ist jetzt schon 3 1/2 Wochen weg und ich hatte dieses Wochenende Lust, mal wieder was richtiges zu essen, nicht nur immer Salat oder schnell was aus der Dose. Ein Mann kann sich auch allein versorgen!

Freitagabend: Pizza for one. Vor dem Tischtennistraining schnell eine Handvoll Hefeteig zusammengeschmissen und zum Gehen vor den Ofen gestellt, nach dem Sport Ausrollung, Belagschneidung, Belegung, Backung - Fertig.

Samstagabend: Mein Klassiker seit mehr als 20 Jahren: Nudeln mit Tomatensoße und irgendwas drin. So scharf, dass ich den Boxkampf zwischen Herrn Povetkin und Herrn Nolan gestern Abend ebenso unscharf sah wie wahrscheinlich Herr Nolan selbst.

Sonntag. 6.12. Nikolaustag.

Nach Einbruch der Dunkelheit hatte ich mich Freunden aus dem Ort verabredet, unser letztes Jahr gekauftes Nikolauskostüm wieder zum Einsatz zu bringen und der dreijährigen Tochter den Santa zu machen. Letztes Jahr stand die kleine noch hinter der Mama, diesmal zeigte sie mir sogar ihr Zimmer.

Auf dem Parkplatz begegnete ich einer weiteren Mutter mit ihrer etwa sechsjährigen Tochter. "Schau mal, da is der Nikolaus". Ich grüßte ebenso höf- wie freundlich und stieg ins Auto. Erst ein paar Sekunden später fiel mir ein, was das für das Mädchen für einen Schock bedeutet haben mochte: Der heilige Nikolaus steigt in ein Auto und fährt weg. Na, wenigstens ist es ein Van, da passen ausreichend Geschenke rein. Und bei plus 10°C hätten die Rentiere ihre Mühe, den Schlitten über den Asphalt zu schleifen...

Aber ich schweife vom Thema ab. Als Abendessen für heute stand zur Auswahl, was noch so im Gefrierschrank und im Haus war. Ein Päckchen mit zwei Gänsekeulen von Sankt Martin 2008 fiel mir ins Auge. Das musste weg.

Heute morgen rausgeholt zum Auftauen und mal schnell im Netz gespinxt, was man damit so macht. Backrohr. So, so. Rotkohl. So, so. Knödel. So, so.

Zufällig fand sich am Boden des Kühlschranks noch ein Rest der Gartenernte 2009. Ein Rotkohl, dessen äußere Blätter schon so trocken waren, dass er nach dem Schälen, einer Zwiebel ähnlich, noch die Größe einer Grapefruit hatte. Für eine Person mehr als genug. Mit in den Topf kam das Verwertbare eines runzeligen Apfels, eine kleine Zwiebel und so ungefähr ein Viertelliter Rotwein aus Flaschen, die so rumstanden, die aber nie mehr jemand trinken würde.



Statt Knödel plante ich Reis ein. Ich bin nicht so der Kartoffel-Typ. Weiß auch nicht. Entgegen der Kochbeutelkultur, die in Deutschland für Reis so vorzuherrschen scheint, mach ich es so: Eine Pfütze Olivenöl in einen Topf. Die Hälften einer oder mehrerer kleiner Zwiebeln mit der Schnittfläche nach unten ins heiße Öl und ein paar Minuten anbräunen. Dann eine Tasse voll trockenen Reis mit dazuschütten, nicht viel später die gleiche Menge Wasser. Salzen, vielleicht einen Hauch Pfeffer drüber. Wenn das erste Wasser kocht, nochmal die gleiche Menge drauf. Wenn das auch kocht, nochmal die halbe Menge. Wenn das alles zusammen kocht, auf die Häfte runterdrehen und in Ruhe lassen, bis der Reis weich ist. Schmeckt viel besser als die Kochbeutelvariante.



Nun zur Gans. Die Keulen waren noch nicht ganz aufgetaut, aber so gut wie. Also im Bräter erstmal anbraten, mit ein paar kleingeschnittenen Zwiebeln in Olivenöl. Dann einen Schuss Wasser, Salz, Pfeffer und ein ganz kleines Bisschen kleingehackte Chilischote dazu und bei 200°C ins Backrohr, wobei die Schnittseite der Keulen nach oben schaut.



So bleibt es eine halbe Stunde drin, zwischendurch gießt man immer wieder ein kleine Menge OSaft dazu, aber nicht zuviel. Dazwischen natürlich den Ofen nicht aus dem Auge lassen.



Nach einer halben Stunde dreht man die Krustenseite der Keulen nach oben. Wieder eine halbe Stunde später kann man die Hitze noch etwas hochdrehen und die Oberseite der Keulen etwas mit der Bratenflüsigkeit benetzen, damit die Haut knuschprig wird. Immer wieder einen Schuss OSaft dazu, insgesamt werden es für die zwei Keulen so 300 ml gewesen sein.



Die dritte halbe Stunde kann auch etwas kürzer werden, wenn die Keulen schon durch sind, jedenfalls hab ich sie kurz vor Schluss aus dem Bratensaft genommen, auf einem warmen Teller, dann wieder im Bräter abgelegt, und so die Soße aus OSaft, Zwiebeln und Gewürz wegnehmen und mit dem Stabmixer und einem Löffel Mehl andicken und homogenisieren können. Dann kam alles nochmal so lange in den Ofen, wie es dauert, bis die Soße einmal aufkocht.



So, und dann kam schon die Zeit, anzurichten.

Das Ergebnis dieses Versuchs eines Klassikers war so gut, dass es mir ernsthaft schade war, es heute abend mit niemandem zu teilen. Also sehr gut. Ich habe geweint. Also fast zumindest ;-)



Was für ein fantastisches Essen, ohne jede Art unerschwinglicher Gewürzspezialitäten oder schwer zu erlernender Kunstgriffe. Kann echt jeder, man muss es nur probieren!

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Kurbesuch

Was ich bis dahin nur von der Bringfahrt in Dunst und Dunkel, dann von den Webcamansichten kannte, schaute ich mir letztes Wochenende beim Kurbesuch mit eigenen Augen an. Fast durchgehend gutes Wetter mit Föhn und Alpenpanorama schaffen für die Mutter-Kind-Kind-Kur schon vor allen angebotenen Anwendungen einen Erholungsvorsprung.

Selten mal war ich so lang von den zwei Räubern getrennt...





Der Chiemsee lud bei Sonne und gut 10 Grad zum Spazieren und Weißbiertrinken am Ufer; die Kulisse aus See und Gebirge bieten Sonnenuntergänge bis zum Abwinken.



Abendbetreuung für die Kinder war nicht vorgesehen, und so machten wir es uns auf dem Zimmer gemütlich. In der Klinik herrscht keine Knastatmösphäre: Schlusszeiten, Besucherregelungen, etc. werden tolerant gehandhabt.



Am nächsten Tag noch Schifferlfahren.



Die Herreninsel im Winter ist nicht so der Renner. Das Schloss Herrenchiemsee mit den kleinen Kindern in einer Führung zu besichtigen haben wir uns mal gespart, die Vorgartenanlage mit den Prachtbrunnen ist blumenleer und frostsicher verpackt.



Dafür hat die eigentlich winzige Fraueninsel einen sehr schönen Christkindlmarkt mit toller Atmosphäre. Hätte ich nicht noch die 700 km Heimfahrt vor mir gehabt, wär ich bestimmt bei Glühwein und Biobier (und natürlich einer Adventslesung oder einem besinnlichen Posaunenkonzert) hängengeblieben.

Bockbierbowle

- eine frage der richtigen mischung -

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