Im Vorbeigehn

Mittwoch, 25. Januar 2006

Parkplatzschock vor dem Postamt

Wenn man bestimmte Dinge jeden oder fast jeden Tag macht, gewöhnt man sich recht schnell die Abläufe ein und führt sie dann aus, ohne noch groß darüber nachzudenken. Sobald jedoch ein Detail, das zu dem Ablauf gehört, verändert ist, kommt man zumindest kurz ins Stocken und das Bewusstsein muss eingreifen, die Situation neu bewerten und reagieren oder wieder zum eingespielten Prozess überleiten. Die Handgriffe, die jeder morgens im Bad beim Zähne putzen ausführt werden meistens unbewusst ablaufen – man könnte das fast auch im Schlaf – wenn aber die Zahnpasta einmal an einer anderen Stelle am Waschtisch steht, blickt man kurz auf, und manchmal bleibt man hängen und denkt sogar über das Zähneputzen heute und an den anderen Tagen nach.

Bei meiner heutigen Fahrt zum Postamt bog ich um die Ecke und sah vor dem Gebäude eine irgendwie zu große Ansammlung von Menschen und Autos. Während normalerweise vielleicht 3 oder 4 Autos gleichzeitig da sind, waren es diesmal vielleicht 8 oder 10, die standen, fuhren, parkten, darauf warteten, weiterfahren zu können und so weiter. Sicher hatten alle irgendwie den Eindruck, dass irgendwas nicht stimmte, wussten aber (wie auch ich) zuerst nicht, woran es lag. Ein dunkler Kleinwagen stand am Rand vor einer seitlichen Parklücke, als würde er gerade einparken oder als wäre er gerade aus der Lücke herausgefahren, sah sich aber noch um, bevor er in den Verkehr einfädelte. So sah es zuerst aus. Tatsächlich stand der Wagen zwei Sekunden später immer noch so da, er bewegte sich überhaupt nicht, und als ich näher kam, sah ich, dass überhaupt niemand in dem Auto saß.. Ich wendete vor dem Hindernis und parkte auf der gegenüberliegenden Seite ein. Immer noch darüber nachdenkend, wieso der wohl so da stand, hätte ich beim Aussteigen meine Tür beinah in ein anderes vorbeifahrendes Auto gerammt. Ich stieg aus, ging zum Eingang der Poststelle, bemerkte, dass ich den Postfachschlüssel nicht aus der Mittelkonsole mitgenommen hatte. Zurück zum Auto, diesmal öffnete ich vorsichtiger die Tür, holte ich den Schlüssel und ging wieder rein. Beim Öffnen des Postfachs merkte ich, dass ich ja auch noch einen Brief mit hatte, der aber noch im Auto lag. Zurück zum Auto, Post rein, Brief raus und nochmal an den Schalter, um den Brief mit einer Marke zu versehen und abzuschicken. So viele Meter bin ich wohl noch nie gegangen, seit mir die Aufgabe des Postholers irgendwie zugeflogen ist.

Die Fahrerin des kleinen Dunklen (später kam sie zurück und war noch mehr verwundert als alle anderen Anwesenden) hatte das Auto ohne Gang und Handbremse hingestellt. Es würde mich interessieren, wie ihr Tag heute weiterging.

Ach ja, nach dem zweiten Gang zurück zum Auto hatte ich auch noch das Mobiltelefon rausgeholt und mit der lausigen eingebauten Kamera ein Foto von dem Blockierauto gemacht, aber beim Überspielen des Bildes vom Handy auf den Chip meiner Kamera hat sich die Bilddatei, zusammen mit ein paar anderen, in einen Ordner, der „Found000“ und eine Datei die „bootex.log“ heißen, aufgelöst. Unter anderem hatte ich heute morgen ein Bild von einem komischen grünen Vogel gemacht, der hier vor dem Fenster längere Zeit auf einem Zaunpfahl saß und der sich farblich auffällig vom braun-grau der schneelosen Winterlandschaft abhob. Die Bilder des Vogesl konnte ich mit einem recovery-tool wieder herstellen, der dunkle Kleinwagen war weg. Beim Versuch, ein Farbbild in guter Qualität auszudrucken, stellte ich zudem fest, dass die schwarze und auch die drei farbigen Patronen im Drucker leer und eingetrocknet waren.

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Ein rundum komischer Morgen. Wenn der Rhythmus einmal gebrochen ist, kann plötzlich alles passieren.

Donnerstag, 19. Januar 2006

Ich bin König!

Bei einer spanischen Firma, bei der ich gelegentlich anrufe, nimmt meist eine Dame das Gespräch an, die mich immer mit "rey" (König) anspricht. ("Le digo que te llame, rey." - "Hola, rey, qué tal?" - "Te lo envío por fax, rey."*, und so weiter.) Sie macht das nicht nur bei mir, sondern auch bei meinem Kollegen, wahrscheinlich bei allen Anrufern und überhaupt bei allen Leuten, mit denen sie spricht.

So ab und zu ist das ja ganz gut, falls das Selbstbewusstsein gerade mal durchhängt, aber ich glaub, wenn man mit der Daueruntertanen in einem Büro sitzt oder täglich mit ihr telefoniert, ist das sicher sehr anstrengend. Da ist mir ein Gespräch in Augenöhe doch lieber als diese ständige Unterwürfigkeit, zumal außer der Anrede keine weiteren Tribute gezollt werden.




* "Ich sag, dass er dich anrufen soll, König" - "Hallo, König, wie gehts?" - "Ich schick es Dir per Fax, König."

Mittwoch, 4. Januar 2006

Das war der Winter 2006

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…. am unteren Mittelrhein.

Die Kinder hier sind es schon gewöhnt, dass sie bei einsetzendem Schneefall schnell reagieren müssen, wenn es ums Schneemannbauen geht. Länger als drei Tage bleibt der weiße Zuckerguss nur selten liegen, meist verwandelt er sich unmittelbar nach dem ersten Bodenkontakt in grau-braunen Matsch.

Die Schneefälle in ganz Deutschland seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag und die nachfolgende Kältephase haben den kleinen diesmal etwas mehr Zeit gegeben, und so rollten und bauten sie fleißig Joints und stellten dann einen der mannshohen kalten Gesellen auf die Wiese vor dem Spielplatz, der sich standhaft gegen die unaufhaltsam wieder eintretende Erwärmung wehrte.

Inzwischen ist er etwas kopflos geworden, und man sieht an seinem Blättermantel, dass die Schneedecke auch vorher nicht wirklich dick war.

So, das wäre abgehakt, jetzt kann der Frühling kommen.

Montag, 2. Januar 2006

Golf, Passat, Touareg und der gute alte Kombi

Da könnte man sich fast ein kleines Tränchen der Nostalgie aus dem Augenwinkel drücken, wenn man die VW-Produktpalette in Brasilien sieht. Zwischen den High-Tech Autos der neuesten Generation finden sich auch noch Klassiker wie der Santana und der Kombi:

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Für um die 14.000 EUR ein Transporter für alle Lebenslagen, leider ist die Farbauswahl etwas eng, es gibt ihn nur in Gletscherweiß, aber wen stört das schon.

Wenn man sich vorher durch die deutsche VW-Seite klickt, kann man auch ohne Portugiesisch-Kenntnisse mal durch den Konfigurator klicken und sich von den angebotenen technischen Spielereien und elektronischen Gadgets für den Alleskönner beeindrucken lassen.

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Donnerstag, 29. Dezember 2005

Gesunde Mischung

bei ZDFinfo:

ca. 08:35 Smartfish, ein möglicherweise revolutionäres neues Flugzeugkonzept
ca. 08:40 Sexualkopfschmerz
ca. 08:45 Die Mumin-Familie

Für jeden was dabei!

Mittwoch, 28. Dezember 2005

Affront gegen sportliche Flaschenöffner

Frage an Stuff:

Guit des?

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Unmöglich!

Montag, 12. Dezember 2005

Apfent, Abfent

Der Baum steht schon, darüber hinaus bin ich nicht zu viel gekommen in den letzten Tagen.

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Ob ich demnächst noch mal die Geschichte von der Umschaltung des DSL-Anschlusses von der Telekom auf 1und1 erzähle? Ich weiß noch nicht, könnte sein, dass ich mich dann im Nachhinein wieder aufrege. Na ja, jetzt isses erstmal wieder da, das Netz. 6 Mbit und ab sofort nur noch eine gaaanz klitzekleine Telefonrechnung bei der Telekom!

Dienstag, 15. November 2005

Fahren ohne Führerschein

Gelegentlich sieht mal auch hier mal eine dieser kleinen Seifenkisten auf der Straße, aber in Spanien sind sie mir im Straßenbild und auch als Promotion-Stand im Centro Comercial besonders aufgefallen: Mini-Autos mit einem kleinen Zweitakt-Motor, die man fahren darf, auch wenn man noch keinen oder keinen Führerschein mehr hat. Ein Modell der Wahl, von dem mich (mit normalem Auto unterwegs) schon einige im Straßenverkehr behindert haben, ist der Aixam 500. Die kleinen Brummer dürfen in Deutschland soviel ich weiß 25 km/h fahren, in Spanien sind sie bis 40 oder 45 km/h zugelassen (damit wagen sie sich gelegentlich auch mal auf die rechte Spur der Autobahn).

Welche Klientel sich in solchen Vehikeln fortbewegt, kann man sich vorstellen. Da sind einmal die Jugendlichen zwischen 16 und 18, die es einerseits nicht erwarten können, sich mit 18 in ein richtiges Auto setzen zu dürfen, es andererseits aber mangels Gleichgewichtssinn oder sonstigen körperlichen oder geistigen Defekten nicht schaffen, sich für das Führen eines Leichtkraftrads zu qualifizieren. Dann natürlich die Ömchen und Öpchen, die es schon etwas mit den Augen haben, sich nicht mehr so recht bewegen können, sich aber trotzdem regelmäßig durch Vorzählen ihrer stets passend vorhandenen Ein- und Zweicentstücke mit Pikkolofläschchen im 12er-Pack und Praliné-Konfekt in der Anstaltspackung versorgen möchten. Und letztlich (ich kenn die Gesetzgebung dazu in Spanien und Deutschland nicht genau) die Herrschaften, die hoffen, wenn man mit so einem Stadtflitzer besoffen von der Kneipe nach Hause schlingert, sind im Erwischensfall die Konsequenzen nicht ganz so harsch, als wenn man einen echten Personenkraftwagen gesteuert hätte.

Während Knautschzonen, Airbags, Gurtstraffersysteme oder gar Antriebs-Schlupfregelungen – also höchst sicherheitsrelevante Ausstattungsmerkmale – wichtige Verkaufsargumente bei richtigen Autos sind, treten hier Bedenken wegen einer möglichen Gefährdung der eigenen Unversehrtheit offensichtlich in den Hintergrund. Schließlich fährt man ja nicht so schnell…

Oft sind die Fahrer nicht die Geübtesten, was das Manövrieren betrifft. Wenn man schon keine Autosteuer bezahlt, möchte man wenigstens zwischendurch mal quer in die Parklücke, so klein sie auch sei. Ein schönes Beispiel für das hier beschriebene ist der Aixam, der mir kürzlich vor die Linse kam:

Hinten hatte er wohl schon ein paar Mal angedotzt.

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Als bei einem weiteren Malheur die Motorhaube dran glauben musste, wurde sie – so scheint’s – kurzerhand durch das Plastikfutter einer Pralinen-Geschenkpackung ersetzt. Und was die ausrollbare Hundeleine (s. Außenspiegel) fest- oder zusammenhalten soll, mag ich mir beim Besten Willen nicht vorzustellen.

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Eigentlich wäre es mir lieber, solche Rappelöfen würden hier im Heimatland der Verkehrssicherheit die Straßen auch in Zukunft nicht so zahlreich bevölkern, wie das in Spanien oder offenbar noch mehr in Italien bereits der Fall ist.

Freitag, 11. November 2005

Es herbschtelt.

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Mittwoch, 9. November 2005

Sankt Martin war ein guter Mann

Die Kinder bei uns im Dörfchen verkaufen Lose für die Sanktmartinslotterie. Ich hab mal keine gekauft, ich will ja keinen halben Mantel gewinnen. Oder womöglich einen Mantel ohne Ärmel.

Bockbierbowle

- eine frage der richtigen mischung -

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